Sind die Steinmeteoriten im Auge vieler Betrachter eher unspektakulär, ändert sich die Reaktion spätestens bei den Pallasiten, den wichtigsten Vertretern der Stein-Eisen-Meteoriten. Ihr Markenzeichen sind eine Grundmasse aus Eisen und Nickel, in die meistens Olivin-Kristalle eingebettet sind. Besonders an aufgeschnittenen und polierten Meteoriten zeigt sich ein auffälliger Kontrast zwischen spiegelnden Metallflächen und gelblich-grünen Kristallen, die an Edelsteine erinnern. Beispielsweise beeindruckt das Natural History Museum in London seine Besucher schon im Eingangsbereich mit riesigen Pallasiten-Scheiben.

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Fukang-Pallasit aus China

Aussehen und Entstehung

Wie diese ungewöhnliche Komposition entstehen konnte, die auf der Erde nicht ihresgleichen findet, ist nicht restlos geklärt. Man nimmt aber an, dass sich Pallasite in „differenzierten“ Asteroiden gebildet haben, also in recht großen Mutterkörpern, die über einen metallischen Kern und einen Mantel aus Silikat-Gestein verfügten. Im Übergangsbereich zwischen Mantel und Eisen-Nickel-Kern könnten sich die beiden Komponenten miteinander vermischt haben. Fast alle Pallasite stammen womöglich von demselben Asteroiden ab. Nur eine Handvoll Meteoriten haben eine abweichende chemische Zusammensetzung, was auf einen anderen Ursprung hindeutet (Eagle-Station-Gruppe, Pyroxen-Pallasite). In der Welt der Meteoriten gibt es eben kaum eine Regelhaftigkeit ohne Ausnahme…

Die Ehre, den Pallasiten ihren Namen gegeben zu haben, gebührt dem deutschen Naturforscher Peter Pallas. Pallas untersuchte im 18. Jahrhundert den Krasnojarsk-Meteoriten, der 1749 in Sibirien gefallen war. Der auch als „Pallas-Eisen“ bekannt gewordene Meteorit diente etlichen Forschern als Studienobjekt. Seither wurden in vielen Teilen der Welt weitere große Pallasite gefunden. Bemerkenswerterweise zeigen die zahlreichen Fragmente große Unterschiede in der konkreten Zusammensetzung. Vom russischen Seymchan-Meteoriten gibt es viele Teile mit typischer Metall-Olivin-Struktur, aber auch reine Eisen-Nickel-Stücke, die als Oktaedrite sogar eine Widmanstätten-Struktur aufweisen.

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Sericho aus Kenia

Bekannte Pallasite

Da Pallasite einerseits als optisch attraktiv gelten und anderseits in ausreichender Menge vorhanden sind, werden sie oft von Meteoritenhändlern angeboten. Weitere bekannte Vertreter dieses Typs sind (in alphabetischer Reihenfolge): Brahin (Weißrussland), Brenham (USA), Esquel (Argentinien), Fukang (China), Huckitta (Australien), Imilac (Chile), Jepara (Indonesien), Pallasovka (Russland) und Sericho/Habaswein (Kenia).

Eine andere nennenswerte Gruppe der Stein-Eisen-Meteoriten sind die Mesosiderite – mehr dazu hier.

Pallasite – glänzende Sammlerstücke