So vielfältig die Meteoriten sein mögen, so haben die meisten von ihnen doch eine gemeinsame Heimat: den Asteroiden-Gürtel, der sich im Wesentlichen zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter erstreckt. Rund 800.000 feste Objekte haben die Wissenschaftler bislang gezählt, die sich um die Sonne drehen. Die meisten tun dies in beruhigendem Abstand zur Erde. Nur manche Asteroiden haben stark elliptische oder erdnahe Bahnen oder haben nach Zusammenstößen kosmische Trümmerfelder erzeugt. Jene Bruchstücke (oder im allerschlimmsten Fall ein ganzer Asteroid) können als Meteoriten auf die Erde stürzen.

Mit Hilfe von Spektralanalysen und gelegentlichen Sondenbesuchen weiß die Forschung mittlerweile recht gut, woraus die Asteroiden bestehen. Ein Vergleich dieser Messwerte hat beispielswiese gezeigt, dass einige bekannte Meteoritentypen (Howardite, Eukrite, Diogenite) von dem Asteroiden Vesta abzustammen scheinen. Der Asteroid Nysa könnte dagegen der Mutterkörper der sogenannten Aubrite sein, wogegen die kohligen CH-Chondrite eventuell von Lutetia, die CR-Chondrite von Pallas kommen. Die CI-Chondrite sind wahrscheinlich noch weiter gereist und haben ihren Ursprung jenseits der Jupiter-Umlaufbahn.

Dies sind die größten und wichtigsten Asteroiden:

Ceres

Als einziger Asteroid erreicht Ceres den notwendigen Mindestumfang, um per Definitionem als Kleinplanet zu gelten. Damit steht Ceres auf einer Stufe mit dem Kleinplanet Pluto – was aber schon fast die letzte Gemeinsamkeit dieser beiden Himmelskörper ist. Ceres besitzt (wie viele Asteroiden) eine unsymmetrische Form und hat an seiner dicksten Stelle einen Durchmesser von 964 Kilometern. Aufgrund seine Größe wurde er bereits im Jahr 1801 im Fernrohr entdeckt.

Pallas

Nummer zwei unter den größten Asteroiden ist Pallas. Er hat einen maximalen Durchmesser von 582 Kilometern und braucht ähnlich wie Ceres etwa 4,6 unserer Erdenjahre, um einmal die Sonne zu umkreisen. Wissenschaftler vermuten in Pallas einen Protoplaneten – also einen Himmelskörper, der auf dem Weg war, sich zu einem vollwertigen Planeten zu entwickeln. Aber offensichtlich konnte der Asteroid keine ausreichende Masse ansammeln.

vesta
Asteroid Vesta, Foto der Raumsonde Dawn – Quelle: NASA / gemeinfrei

Vesta

Für Meteoritenkenner besonders wichtig ist Vesta. Dieser Asteroid besitzt einen maximalen Durchmesser von 573 Kilometern, hat aber eine größere mittlere Dichte als Pallas und ist damit schwerer als dieser Asteroid. Dank seiner vergleichsweise hellen Oberfläche lässt sich Vesta manchmal sogar mit bloßem Auge von der Erde beobachten.

Laut Spektralanalysen dürften die HED-Steinmeteoriten, die wiederum zu den Achondriten zählen, vom Asteroiden Vesta stammen. Dabei haben die verschiedenen Typen ihren Ursprung in unterschiedlichen Tiefen von Vesta: Während die Howardite wohl aus oberflächennahem Gestein herausgelöst wurden, stammen die Diogenite aus der tieferen Kruste von Vesta. Die sogenannten Eukrite sind den Basalten ähnlich, die sich auch auf der Erde finden. Die Daten für diese wissenschaftlichen Schlussfolgerungen wurden vor allem von der Raumsonde Dawn gewonnen, die Ceres und Vesta intensiv untersuchte. Offenbar ist Vesta ein differenzierter Körper mit Kruste und metallischem Kern – also im Grundprinzip ähnlich wie unsere Erde aufgebaut.

Eros

Wie viele der großen Asteroiden trägt Eros einen Namen aus der antiken Mythologie: Eros galt den alten Griechen als Gott der Liebe. Obwohl er nur rund 34 Kilometer lang ist, weist er einige Besonderheiten auf. So liegt seine Umlaufbahn um die Sonne innerhalb der Marsbahn. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er daher nur 1,76 Erdenjahre. Außerdem soll der metallische Kern des Asteroiden sogar Gold enthalten. Anfang unseres Jahrhunderts bekam Eros Besuch von der Raumsonde NEAR Shoemaker, die dafür sorgte, dass wir über den Asteroiden recht gut Bescheid wissen.

Bennu

Wenn die Gefahr diskutiert wird, dass die Erde einen katastrophalen Zusammenstoß mit einem Asteroiden erleiden könnte, fällt immer wieder der Name Bennu. Dieser Asteroid besitzt einen mittleren Durchmesser von etwa 492 Metern. Somit ist er ein Zwerg im Vergleich zu den größten Asteroiden, könnte aber (theoretisch) enormen Schaden verursachen. Nach derzeitigen Prognosen wird Bennu im Jahr 2135 besonders nahe kommen, sie aber deutlich verfehlen.

Asteroiden: Ursprung der Meteoriten