Wer Meteoriten bestaunen möchte, muss sie nicht unbedingt kaufen: In vielen naturhistorischen Museen werden besonders schöne und wichtige Stücke aufbewahrt, für die das eigene Budget ohnehin niemals reichen würde. Auch Mineralienbörsen und -messen können der Herz des Meteoriten-Liebhabers erfreuen. Hier gibt es allerdings nur wenige, bei denen die Meteoriten einen hohen Stellenwert haben.

Museen und Sammlungen

Das Museum für Naturkunde in Berlin besitzt rund 6000 Stücke von 4.100 unterschiedlichen Meteoriten, darunter etliche der seltenen deutschen Exemplare. Die Stars der Sammlung sind ein 236 Gramm schweres Fragment des Ensisheim-Meteoriten von 1492, außerdem 880 Gramm des 1749 gefundenen, russischen Krasnojarsk-Pallasiten sowie 170 Gramm des berühmten Nakhla-Marsmeteoriten aus Ägypten. Sogar der deutsche Meteoritenforscher Chladni sowie Alexander von Humboldt vermachten dem Museum einige wertvolle Funde.

Eine allererste Adresse ist ebenfalls das Naturhistorische Museum in Wien. Über 10.000 Objekte nennt die Meteoritensammlung ihr Eigen, von denen – und das ist das Besondere – rund 1100 tatsächlich in einem eigenen Saal gezeigt werden. Dabei soll es sich um die „größte Meteoriten-Schau“ der Welt handeln. Den sprichwörtlichen Grundstein der Sammlung legte bereits Mitte des 18. Jahrhunderts der Eisenmeteorit Hraschina, der beim heutigen Zagreb gefallen war. Eine spektakuläre Neuerwerbung aus jüngster Zeit ist der über 900 Gramm schwere Marsmeteorit Tissint aus Marokko.

rieskratermuseum
Quelle: RiesKraterMuseum Nördlingen

Falls Sie einmal nach London kommen: Das dortige Natural History Museum rühmt sich zu Recht, eine der besten Meteoritensammlungen der Welt zusammengetragen zu haben. Rund 5000 Objekte werden hier gezählt, von denen allerdings nur einige besonders spektakuläre Stücke öffentlich präsentiert werden. Dazu zählen eindrucksvolle Mars- und Mondmeteoriten sowie gewaltige Pallasiten-Scheiben.

An einem „historischen“ Schauplatz erwartet das bodenständige Rieskrater-Museum seine Besucher. Das in Nördlingen gelegene Museum widmet sich ausführlich der Entstehung des Nördlinger Rieses, aber auch anderer Einschlagkrater. Das Museum präsentiert unter anderem Impaktgesteine, erläutert wissenschaftliche Zusammenhänge und mögliche Einschlagfolgen. Die Meteoriten selbst stehen weniger im Vordergrund, obwohl einige bedeutende Stücke wie der Neuschwanstein-Meteorit (I) ausgestellt sind.

Börsen und Messen

Die jährlich Anfang Dezember stattfindende Schau Mineralien Hamburg widmet den Meteoriten traditionell eine Sonderausstellung. Auch viele deutsche und internationale Meteoritenhändler zeigen und verkaufen in Hamburg ihre Stücke. Eine zweite interessante Adresse in Deutschland sind im Herbst die Mineralientage München (auch „Munich Show“ genannt).

mineralien-hamburg
„Mineralien Hamburg“ Meteoriten-Sonderschau 2018 – Mit freundlicher Genehmigung von: Hamburg Messe und Congress / Nicolas Maack

Die US-amerikanischen Meteoriten-Fans treffen sich jeden Februar im US-Bundesstaat Arizona – bei der Tucson Gem and Mineral Show. Ganze zwei Wochen dauert das Spektakel in der Wüstenstadt.

Das europäische El Dorado für Meteoritenfreunde liegt im Elsass: Die Internationale Meteoritenbörse in Ensisheim hat Mitte Juni ihren festen Platz im Terminkalender. Diese Ortswahl ist wahrlich kein Zufall, denn schließlich fiel im ausgehenden Mittelalter bei Ensisheim einer der berühmtesten Meteoriten überhaupt.

Vorträge und mehr Informationen

Über Meteoriten kann man ein Leben lang lernen. Insbesondere die deutschen Volkssternwarten bieten ihren Besuchern Fachinformationen zu unseren „himmlischen Besuchern“. Anfang 2020 veranstaltet die Sternwarte München eine Vortragsreihe mit dem Titel „Steine im Weltall“:

  • „Meteorite – Zeugen der Entstehung unseres Sonnensystems“ – Freitag, 31. Januar, 20 Uhr, Referent: Thomas Loher (Sternwarte Berg)
  • „Zu Besuch bei erdnahen Asteroiden“ – Freitag, 7. Februar, 20 Uhr, Referent: Thomas Müller (Max-Plack-Institut für extraterrestrische Physik)
  • „Der Meteoritenfall vom 6.3.2016 bei Stubenberg“ – Freitag, 6. März, 20 Uhr, Referent: Dieter Heinlein (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)

Tickts gibt es im Vorverkauf unter sternwarte-muenchen.de/vortraege.html. Wer sein Wissen weiter vertiefen möchte, ist beispielsweise bei der „Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie“ (vfmg.de) an der richtigen Adresse. Geballtes Meteoriten Know-how erwartet den Besucher in dem Forum jgr-apolda.eu.

Messen und Museen