Ein Steinmeteorit besteht aus einer ähnlichen Materie, aus der auch gewöhnliche irdische Steine gemacht sind. Der Geologe würde hier Pyroxene, Olivine und Plagioklase aufzählen: also Minerale, die auf unserer Erde weit verbreitet sind. Plagioklas ist eher unter dem Namen Feldspat bekannt und wirklich sehr häufig. Die wahren Unterschiede zwischen irdischem und außerirdischem Gestein zeigen sich oft in Details wie dem Vorkommen bestimmter Isotope, Kristalle und Mineral-Variationen, in besonderen Strukturen wie den Chondren, und natürlich an der Schmelzkruste und anderen Spuren ihrer langen Reise.

Ganz deutlich unterscheiden sich Steinmeteoriten anhand ihres Eisen- und Nickelgehaltes von den beiden anderen großen Meteoritenklassen, den Eisenmeteoriten und den Stein-Eisen-Meteoriten. Die meisten Steinmeteoriten besitzen einen Eisenanteil von „nur“ 5 bis 20 Prozent. Es gibt aber auch Ausnahmen ganz ohne Eisen (Mond- und Marsmeteoriten) und mit hohem Eisengehalt (bestimmte Achondrite).

nwa 10474
Kohliger Chondrit NWA 10474, klassifiziert als CV3

Chondrite und Achondrite

Die Steinmeteoriten teilen sich wiederum in zwei Hauptgruppen auf, deren Unterscheidungsmerkmal das Vorhandensein oder das Fehlen von Chondren ist.

Die Chondrite besitzen kleine, „Chondren“ genannte Silikatkugeln, die in der Frühzeit unseres Sonnensystems entstanden sind. Diese runden Strukturen lassen sich bei durchgeschnittenen Meteoriten (und guten Lichtverhältnissen) mit bloßem Auge erkennen. Mehr zu den Chondriten, die den Löwenanteil der „undifferenzierten Meteoriten“ bilden, und ihren Unterklassen lesen Sie in den jeweiligen Kapiteln dieser Website. Hier die wissenschaftliche Systematik im Überblick.

mondmeteorit
Fragment eines Mondmeteoriten (stark vergrößert)

Achondrite besitzen keine oder nur noch wenige Chondren. Dabei handelt es sich um magmatisches Gestein, das in vulkanischen Prozessen auf dem Mutterkörper des Meteoriten entstanden sein muss. Dieses Gestein kann allerdings im Laufe der Jahrmilliarden stark verändert worden sein, zum Beispiel neu kristallisiert, in kleinste Teile zerbrochen und als „Brekzie“ neu zusammengefügt. Hier die Systematik:

Häufigkeit

Steinmeteoriten machen rund 94 Prozent aller Meteoriten aus, die auf die Erde fallen. Davon sind etwa 86 Prozent Chondrite und 8 Prozent Achondrite. Steinmeteoriten sind also die weitaus häufigsten Besucher aus dem All. Allerdings verwittern die Steine schneller als die Eisenmeteoriten, was ihre prozentuale Häufigkeit unter den tatsächlichen Funden deutlich senkt.

Steinmeteorit: Chondrite und Achondrite