Meteoriten haben die Menschen schon immer fasziniert. Als „Himmelsmetall“ lieferten sie frühen Kulturen die Grundsubstanz für künstlerisches Schaffen. Viel später wurden Meteoriten zu Objekten wissenschaftlicher Neugier – auf der Suche nach den Ursprüngen unseres Sonnensystems und unserer Erde. Noch heute lösen Meteoriten manch zwiespältiges Gefühl aus: Während einige Menschen in ihnen Heilsteine sehen, fürchten andere, ein großer Brocken könne die Menschheit ähnlich den Dinosauriern auslöschen.

Der Meteorit aus jeder Perspektive

Diese Internetseite möchte allen Spuren nachgehen: den historischen wie den wissenschaftlichen, den mythischen wie den ökonomischen. Sie wendet sich an Laien, die in das Themenfeld einsteigen und vielleicht einen Stein erwerben möchten. Und sie richtet sich an Wissbegierige, die sich intensiver mit Herkunft, Zusammensetzung und Klassifizierung befassen wollen. Für umfassendere und detaillierte chemische Analysen verweisen wir Sie gerne auf die entsprechenden Fachpublikationen.

Wir laden Sie ein, die einzigartige Welt der Meteoriten zu entdecken!

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Meteoriten, Tektite und Impaktite

Meteoriten-Fakten auf einen Blick

  • Meteoriten sind außerirdische Gesteinskörper oder Metallfragmente, die auf unserer Erdoberfläche einschlagen. Beim Fall durch die Atmosphäre können sie zerplatzen und eine Schmelzkruste bilden.
  • Die meisten Exemplare kommen aus dem Asteroidengürtel, einige stammen aber auch vom Mars oder von unserem Mond. Sie entstehen als Folge kosmischer Kollisionen.
  • Viele der himmlischen Besucher sind wie kleine Zeitkapseln: Im besten Fall ist ihre Materie seit 4,5 Milliarden Jahren praktisch unverändert und gibt Aufschluss über die Anfänge unseres Sonnensystems.
  • Anders als von Laien oft angenommen, sind die Steinmeteoriten bei Weitem in der Überzahl. Sie bestehen vor allem aus kleinen Silikatkügelchen, den sogenannten Chondren.
  • Besonders spannend für die Wissenschaft sind die „kohligen Chondriten“. Sie sind reich an Kohlenstoff und stehen im Verdacht, einst wichtige Bausteine des Lebens auf unsere Erde transportiert zu haben.
  • Eisenmeteoriten bestehen vor allem aus Eisen und Nickel. Die Höhe der Nickelanteils ist maßgeblich für bestimmte Eigenschaften verantwortlich, zum Beispiel für die Widmannstätten-Struktur.
  • Dritte Hauptgruppe sind die Stein-Eisen-Meteoriten, die wahrscheinlich aus der Kontaktzone eines metallischen Asteroidenkerns und dem silikatreichen Mantel stammen.
  • Schon die alten Ägypter, aber auch andere Kulturen nutzten das Meteoriteneisen, das sie in der Wüste fanden. Im europäischen Mittelalter war dagegen Meteoritenfurcht weit verbreitet.
  • Bis zur Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert glaubte die Wissenschaft, Meteoriten (Aerolithen) seien irdische Steine. Der deutsche Physiker Chladni ebnete der modernen Forschung den Weg.
  • Heute werden Meteoriten vor allem in der Wüste und – mit immensem Aufwand – in der Antarktis gefunden. Funde in hiesigen Breiten sind aus klimatischen Gründen vergleichsweise schwierig.