Es gibt einige Gründe, warum Meteoritenfans manche Steine als „legendär“ bezeichnen. Dazu zählen besondere Fundumstände ebenso wie ein besonderes Aussehen. Auf den legendären Krähenberg-Meteoriten trifft beides zu. Zum einen gehört er zu den wenigen sicher dokumentierten Meteoritenfällen in Deutschland, zum anderen ist er ein „orientierter“ Meteorit, dem seine Fallrichtung durch die Erdatmosphäre noch anzusehen ist.

Vom Acker ins Museum

Am 5. Mai 1869 trat über der Pfalz ein LL5-Chondrit in die Atmosphäre ein. Die Bezeichnung „LL“ steht für einen geringen Anteil an Eisen und Metallen im Allgemeinen – eben ein recht typischer Steinmeteorit. Zahlreiche Augenzeugen berichteten von einer blendend weißen Feuerkugel am Himmel. Wie es der Zufall und die Wetterbedingungen wollten, nahm der Meteorit eine sehr stabile Flugbahn ein. Aufgrund der Reibungshitze begann vor allem die abwärts gerichtete Oberfläche, die Brustseite, zu schmelzen. Es bildeten sich zahlreiche Rinnen und Vertiefungen, die radial vom Zentrum nach außen verliefen – bis der Meteorit in diesem Zustand erkaltete und erstarrte. Diese stark ausgeprägten „Regmaglypten“ sind das Markenzeichen des Krähenberg-Meteoriten.

Seinen Fundort-Namen verdiente er sich, als er um 18.32 Uhr auf einem Acker bei der pfälzischen Gemeinde Krähenberg einschlug und sich einen guten halben Meter tief in einen Acker bohrte. Vielleicht wäre er niemals entdeckt worden, wenn nicht drei Leute fast direkt daneben gestanden hätten. Vom Acker kam er fast ohne Umwege ins Museum. Die Gemeinde Krähenberg kann ihren bekanntesten Sohn heute als Gips-Replikat bewundern, während das fast unbeschädigte, knapp 16 Kilo schwere Original im Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim ausgestellt ist.

wappen-kraehenberg
Wappen von Krähenberg mit „fallendem Kometen“

Die Kometen-Verwechselung

Pikanterweise haben die Krähenberger im Jahr 1979 wohl ihren Meteoriten mit einem Kometen verwechselt. Denn auf dem seinerzeit neu entworfenen Gemeindewappen ist laut dem Wappenbuch der Pfalz „ein fallender goldener Komet“ abgebildet. Aber wahrscheinlich macht sich auf einem Wappen ein Kometenschweif einfach besser als ein brauner, seltsam geriffelter Stein.

Krähenberg (Deutschland)