Würde man einen Eisenmeteoriten vom Typ der Hexaedrite genauer unter die Lupe nehmen als dies mit bloßem Auge möglich ist, könnte man in seinem Inneren eine würfelartige Kristall-Struktur erkennen. Diese mikroskopisch feine Anordnung hat den Meteoriten ihren Namen gegeben, denn ein Hexaeder ist nichts anderes als ein geometrischer Körper mit sechs Flächen – im Speziellen ein Würfel.

hexaedrit imilchil
Hexaedrit Imilchil/Agoudal aus Marokko

Ein auffälligeres Merkmal vieler – aber leider nicht aller – Hexaedrite sind die Neumannschen Linien, die sich auf polierten und geätzten Oberflächen zerschnittener Meteoriten zeigen. Wie diese feinen Linien zustande kommen, können Sie hier nachlesen. Auf keinen Fall besitzen die Hexaedrite eine Widmanstätten-Struktur – diese ist den Oktaedriten vorbehalten. Dagegen sind bei oberflächlichem Blick durchaus Verwechselungen mit den kaum strukturierten Ataxiten denkbar.

Die inneren Werte der Hexaedrite

Hexaedrite unterscheiden sich aber nicht nur äußerlich von Oktaedriten und Ataxiten, sondern vor allem in ihrer chemischen Zusammensetzung. Sie bestehen fast ausschließlich aus dem Eisen-Nickel-Mineral Kamacit, was einen relativ geringen Nickelanteil von gut fünf Prozent mit sich bringt. Das Kamacit ist auf dem Meteoriten-Mutterkörper (einem Asteroiden) bei Temperaturen deutlich über 700 Grad auskristallisiert. Jene drei Faktoren – überwiegend nickelarmes Kamacit, hohe Temperatur, keine Widmanstätten-Struktur – bedingen einander.

Wer noch mehr über die wissenschaftliche Einordnung der Meteoriten wissen will: Hexaedrite zählen gemäß ihrer Anteile an Gallium, Germanium und Iridium zu den Eisenmeteoriten-Gruppen IIA oder IIG.

Bekannte Meteoriten

Zu den Hexaedriten zählen weit weniger Meteoriten als zu den Oktaedriten oder den Ataxiten. Bekannte Beispiele sind die Eisenmeteoriten Agoudal (Marokko) sowie Old Woman, Navajo und Lake Murray (alle USA).

Hexaedrite