Vor Jahrmilliarden geformt hat, kosmischer Strahlung und irdischer Verwitterung ausgesetzt, beginnt die schwierigste Etappe der Meteoriten in unseren Sammelvitrinen. Vor allem der Rost kann schneller an der Materie nagen, als einem Sammler lieb ist.

Aufbewahrungsmöglichkeiten

Grundsätzlich gibt es für Meteoriten dasselbe Sortiment von Aufbewahrungslösungen wie für Mineralien. Denn letztlich handelt es sich um etwas ganz Ähnliches: Meteoriten sind Minerale und Kristalle aus dem Weltall. Manche Mineralienhändler bieten Sammelvitrinen mit Einzelfächern zum Kauf an. Diese Vitrinen gibt es mit verschiedenen Fachgrößen oder auch mit flexiblen Fächern.

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Präsentationsboxen zur Aufbewahrung von Meteoriten

Sehr populär sind Präsentationsboxen, in denen sich Fragmente bzw. Micromounts einzeln sicher lagern lassen. Die Boxen sind in verschiedenen Größen vorrätig, zum Beispiel in der kleinen Version mit den Außenmaßen 58 mal 38 mal 16 Millimeter. Je nach Größe des Meteoriten kann man ein oder zwei der mitgelieferten Schaumstoffeinlagen verwenden. In diesem Etui wackeln die Steine nicht, lassen sich gut betrachten und sogar problemlos auf den Kopf drehen. Eine Variante für besonders kleine und/oder wertvolle Stücke sind die sogenannten Edelsteindosen oder die Lupendosen mit integrierter Vergrößerungslinse.

Während Länge und Breite der Boxen in vielen Fällen ausreichen, ist die Höhe oft limitierend. So passt ein 14 Millimeter hoher Meteorit leider nicht in eine 16-Millimeter-Box, da erstens die Innenmaße etwas kleiner sind und zweitens der Schaumstoff auch Platz beansprucht.

Vorsicht, Rost

Die allermeisten Steinmeteoriten sind sehr anspruchslos in der „Pflege“. Sie sind stabil, sogar unempfindlich gegen Temperatur-Schwankungen oder Luftfeuchtigkeit – und notfalls kann man sie einfach abstauben. Allerdings gibt es einige fragile kohlige Chondrite, die eher nicht für Anfänger geeignet sind und eine sorgsame Lagerung erfordern.

Aber der einzige wirkliche Feind des Meteoritenfreundes ist der Rost. Prinzipiell können alle Stein-Eisen-Meteoriten und alle Eisenmeteoriten Rost ansetzen. Das kann kaum verwundern, schließlich tragen Eisenmeteoriten ihren Namen völlig zu recht und bestehen üblicherweise zu über 90 Prozent aus diesem oxidierfreudigen Metall. Besonders schade ist es, wenn ein Meteorit nach aufwändiger Bearbeitung schöne Widmanstätten-Strukturen zeigte, die nach kurzer Aufbewahrungszeit unter einer Rostschicht verschwinden.

Die Realität ist kompliziert und lässt sich nicht immer vorausahnen: Einerseits sind manche Meteoriten dafür bekannt, außerordentlich rostanfällig zu sein. Andererseits gibt es offenbar kleinste Materialunterschiede von Fragment zu Fragment, die das eine Stück verrosten lassen, während das nächste stabil bleibt. Eine rostfördernde Rolle spielen dabei irdische Salze, die von außen in das Material eingedrungen sein können. Als gefährdet gelten unter anderem die beliebten, oft angebotenen Meteoriten Brahin, Campo del Cielo, Dronino, Muonionalusta und Nantan. Besonders hilfreiche Händler präparieren diese Stücke vor, um die erhebliche Rostgefahr zu reduzieren.

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Rostschutz mit Waffenöl und Silicagel

Rost verhindern mit Silikagel

Welche Methode zur Rostabwehr optimal ist, darüber gibt es unter Meteoritensammlern endlose Diskussionen. Bei manchen hat es sich bewährt, die Oberfläche gelegentlich mit Waffenöl einzupinseln. Eine Lackierung wird dagegen nicht empfohlen, denn der Klarlack kann schnell feine Risse bekommen, sodass der Rost umso stärker blüht. Auch eine Lagerung in Plastiktüten scheint Gift für Eisenmeteoriten zu sein.

Als „Goldstandard“ hat sich erwiesen, den Eisenmeteoriten Silikagel beizugeben, beispielsweise als dünne Streuschicht in einer Präsentationsbox. Silikagel ist ein Trocknungsmittel, das auch unter dem Namen Kieselgel bekannt. Kennen Sie die kleinen Beutel mit der Aufschrift „throw away“, die manchen Warenlieferungen aus dem Internet beigelegt sind? Darin befinden sich kleine Kügelchen, die die erstaunliche Fähigkeit haben, Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufzunehmen und von den Produkten fernzuhalten.

Das ungiftige und geruchslose Silikagel lässt sich sehr günstig online kaufen. Es wird in verschiedenen Beutelgrößen oder lose angeboten. Manche Kügelchen sind orange eingefärbt und wechseln die Indikator-Farbe, wenn ihre Feuchtigkeitskapazität erschöpft ist. Dann kann man das Silikagel austauschen – oder sogar im Backofen regenerieren. Bei einer Ofentemperatur von etwa 120 Grad dauert es rund 90 Minuten, bis ein halbes Kilo verbrauchtes Silikagel wieder einsatzbereit ist.

Aufbewahrung, Pflege und Rostschutz