In Mitteleuropa haben Ackerbauern wahrscheinlich die besten Chancen, zufällig auf einen Meteoriten zu stoßen. 1984 entdeckte eine Schweizer Bäuerin einen ungewöhnlichen, knapp 16 Kilo schweren Stein auf ihrem frisch gepflügten Gerstenfeld. Der Fund stellte sich als größter Meteorit heraus, der jemals in der Schweiz entdeckt wurde. Mehr noch: der Eisenmeteorit ist ein Hexaedrit mit besonders geringem Nickelanteil und zählt zu der sehr seltenen Untergruppe IIG.

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Twannberg mit 10 Gramm Gewicht und offizieller Nummer – eigenes Foto

Großes Streufeld – uralter Meteorit

Bis heute wurden rund um den Schweizer Twannberg, der dem Meteoriten seinen Namen gab, über 600 Fragmente gefunden. Die in systematischer Suche entdeckten Einzelteile verteilen sich über ein mindestens fünf Kilometer langes Streufeld. Auch dies ist nach Experteneinschätzung ein außergewöhnlicher Befund – jedenfalls innerhalb Europas. Die Gesamtmasse von Twannberg summiert sich mittlerweile auf über 72 Kilogramm und könnte in den kommenden Jahren weiter steigen, zumal die Bevölkerung nun ahnt, welchen Wert ungewöhnliche Fundsteine haben könnten.

Vermutlich über 160.000 Jahre lag der Twannberg-Meteorit in der Erdkrume des heutigen Kantons Bern. Die meisten Stücke hatten sich kaum mehr als eine Handbreite in den weichen Boden eingegraben. Da kam ein Ackerpflug gerade recht, um den außerirdischen Stein aus seinem Versteck zu heben. Manchmal hat die Landwirtschaft eben doch einen goldenen Boden…

Twannberg (Schweiz)