Wie die Impaktite sind auch die Tektite keine Meteoriten, sondern bei heftigen Meteoriteneinschlägen entstanden. Es handelt sich um natürliches Glas, das nach einem Einschlag in weitem Umkreis vom Himmel geregnet ist. Tektite können unwahrscheinlich wirkende, beinahe symmetrische Formen annehmen.

moldavit
Ein garantiert echter Moldavit

Auf kaum einer Mineralien- oder Meteoritenbörse fehlen darf der grünliche Moldavit, aus dem sogar Schmucksteine geschliffen werden. Offenbar regt der beliebte Moldavit aber nicht nur die Phantasie von Käufern, sondern auch von Betrügern an, betrachtet man die mehr oder weniger geglückten Fälschungsversuche. Letzte Sicherheit über die Echtheit des außerirdischen Glases bringt eine Analyse der chemischen Zusammensetzung sowie insbesondere des Wassergehaltes.

Entstehungsgeschichte der Tektiten

Tektite bestehen aus oberflächennahem Gesteinsschutt, der von einem wirklich großen Meteoriten in die Luft geschleudert und gleichzeitig geschmolzen wurde. Je nach Ausgangsmaterial nehmen sie verschiedene Farben von Schwarz bis Grün an und können zum Teil mehr als zehn Zentimeter groß werden. Während des Rückfalls zur Erde erkaltete und erstarrte die Glasmasse. Dabei bildeten sich oft abgerundete oder aerodynamische Formen mit glatten und blasigen Oberflächen. Besonders spektakulär wirken runde, tropfen- oder hantelförmige Tektite, die jeweils eine leicht unterschiedliche Entstehungsgeschichte aufweisen.

Die mit hoher Energie ausgestoßenen Objekte gingen oft Hunderte von Kilometern von ihrem Entstehungsort nieder. Daher erstrecken sich die „Streufeld“ genannten Fundgebiete über große Teile der Erdoberfläche. Erstaunlicherweise sind weltweit nur vier solcher Streufelder bekannt:

Europäisches Streufeld

Vor 14,6 Millionen Jahren fielen rund um der Krater des Nördlinger Rieses die Moldavite. Man findet sie heute vor allem in der Nähe des tschechischen Flusses Moldau, von dem sie auch ihren Namen haben. Weitere Fundorte liegen in Deutschland und Österreich.

indochinit
Indochinit in Tropfenform

Australasiatisches Streufeld

Nur etwa 780.000 Jahre ist dieses riesige Streufeld alt, das möglicherweise über ein Viertel der Erdoberfläche bedeckt und erhebliche Teile Australiens und Südostasiens einschließt. Der bislang nicht gefundene Meteoritenkrater befindet sich eventuell auf dem Meeresboden oder in der Antarktis. Die zugehörigen, meist schwarzen Tektiten lassen sich grob unterteilen in Australite (australische Funde), Indochinite (Funde aus Südostasien) sowie Chinite (chinesische Funde).

Nordamerikanisches Streufeld

Etwa 34 Millionen Jahre alt ist der Chesapeake-Bay-Krater an der US-amerikanischen Ostküste. Seine Auswürfe werden unterteilt in braune und schwarze Bediasite, die im US-Bundesstaat Texas gefunden wurden sowie die grünlichen Georgiaite aus dem Bundesstaat Georgia.

Elfenbeinküste

Tektite aus dem „Elfenbeinküste-Streufeld“ heißen auch Ivorite. Dies entspricht dem heutigen Namen des afrikanischen Staates Elfenbeinküste: Cote d’Ivoire. Die schwarzen Objekte haben ihren Ursprung in dem gut eine Million Jahre alten Lake-Bosumtwi-Krater. Der Krater selbst, der heute von einem See ausgefüllt wird, liegt in Ghana, dem östlichen Nachbarstaat der Cote d’Ivoire.

Tektite (zum Beispiel Moldavite)