Aus dem hohen Norden Europas stammt der Eisenmeteorit mit dem komplizierten Namen Muonionalusta. Sein Markenzeichen sind die besonders filigranen Widmanstätten-Strukturen, die seine polierten und geätzten Meteoritenscheiben aufweisen. Der Grund für dieses eindrucksvolle Linienmuster liegt in dem besonderen Kristallaufbau der beiden Eisen-Nickel-Minerale Taenit und Kamacit. Muonionalusta gilt als „feiner Oktaedrit“: die Bezeichnung für einen Eisenmeteoriten mit einem Muster besonders schmaler Linien und Bänder. Dies Eigenschaft macht ihn auch für die Schmuckindustrie beliebt, die Muonionalusta-Scheiben gerne zu Anhängern verarbeitet.

muonionalusta
Muonionalusta mit schön geätzter Scheibe

Fundgeschichte und besondere Eigenschaften

Das Fundgebiet liegt in Schweden nördlich des Polarkreises. Der Name Muonionalusta leitet sich von dem Fluss Muonio ab, der die Grenze zwischen Schweden und Finnland markiert. Im Jahr 1906 wurden die ersten Stücke dort entdeckt.

Bei kaum einem Meteoriten geht die geschätzte Gesamtmasse je nach Quelle so weit auseinander. Obwohl im „Meteoritical Bulletin“ weiterhin 230 Kilogramm vermerkt sind, dürfte sich die Gesamtmasse nach Neufunden in den vergangenen Jahren vervielfacht haben. Manche Schätzungen gehen sogar von vier Tonnen Material aus. Muonionalusta zählt gemäß der enthaltenen Spurenelemente zum Eisenmeteoritentyp IVA. Weitere Analysen des Meteoriten zeigen zahlreiche Besonderheiten, zum Beispiel ein sehr hohes Alter von 4,5653 Milliarden Jahren. Der Meteorit beinhaltet das extrem seltene Quarz-Mineral Stishovit, das möglicherweise vor 400 Millionen Jahren bei einer Asteroiden-Kollision im Weltall entstand.

Rostschutz empfehlenswert

Ähnlich wie andere Eisenmeteoriten besteht Muonionalusta zu mehr als 90 Prozent aus Eisen. Damit seine feinen Strukturen weniger anfällig für Rost sind, wird seine Oberfläche manchmal beschichtet. Auch mit Silicagel (Kieselgel), das in eine Präsentationsbox gestreut wird, lässt sich Feuchtigkeit vom Meteoriten abhalten.

Muonionalusta (Schweden)