Der Meteorit von Gao-Guenie ist besitzt keine herausragenden Eigenschaften, ist weder besonders selten noch mit spektakulären Geschichten verknüpft. Und doch ist Gao-Guenie, der aus dem westafrikanischen Staat Burkina-Faso kommt, bei Sammlern einer der bekanntesten und beliebtesten Meteoriten überhaupt. Warum? Vielleicht liegt das Geheimnis in seinem (aus menschlicher Perspektive) handlichen Format: Er besteht aus zahlreichen kleinen „Individuen“ – einzelnen, aber zusammengehörigen Meteoritenstücken, die jeweils mit einer eigenen Schmelzkruste überzogen sind. Außerdem gehört Gao-Guenie zu den eisenreichen H5-Chondriten, einem preiswerteren und zugleich robusten Meteoritentyp.

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Gao-Guenie Individuum (Burkina-Faso)

Dreistufiger Fall schafft Tausende Fragmente

Dass Gao-Guenie aus so vielen ansehnlichen Einzelstücken besteht, erklärt sich aus seinem Sturz durch die Erdatmosphäre, der sich wohl in drei Etappen abgespielt hat. Wie viele andere Meteoriten vor ihm hielt auch Gao-Guenie den Kräften nicht stand, die beim Atmosphäreneintritt auf den Steinmeteoriten wirkten. Der Stein zerplatzte und bildete im Fallen eine neue Schmelzkruste. Aber die entstandenen Bruchstücke zerplatzten erneut in noch kleinere Trümmer, die schließlich zum dritten Mal zerplatzten. Das Resultat war am 5. März 1960 ein Meteoritenschauer mit Tausenden von Fragmenten. Einige von ihnen sollen in die Hütten der Landbevölkerung eingeschlagen sein, aber niemanden verletzt haben. Die schwersten Meteoritenstücke wogen bis zu zehn Kilogramm, die meisten aber nur einige Gramm.

Zwei Namen – ein Meteorit

Die am Erdboden angekommene Gesamtmasse lässt sich kaum verlässlich berechnen. Die meisten Schätzungen schwanken zwischen 0,5 und 1,5 Tonnen. Ursprünglich waren in den Datenbanken zwei verschiedene Meteoritenfälle aufgelistet: eine für die Ortsangabe Gao und eine für Guenie. Nachdem Untersuchungen belegten, dass das Meteoritenmaterial identisch war, wurden alle Funde unter dem Bindestrich-Namen vereinigt.

Gao-Guenie (Burkina Faso)